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Real-World-Daten zur Immuntherapie bei Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem kleinzelligem Lungenkarzinom

Abstract

Einleitung: Das Kleinzellige Lungenkarzinom (SCLC) ist eine hoch aggressive und hochproliferative Krebserkrankung, die sich durch eine schnelle Zellteilung und frühe Metastasierung auszeichnet. Trotz anfänglicher Ansprechbarkeit auf Chemotherapie und Strahlentherapie entwickeln Patienten oft eine Resistenz gegenüber der Behandlung, was zu einer ungünstigen Prognose führt. Leider gibt es aufgrund begrenzter therapeutischer Möglichkeiten und mangelnder Wirksamkeit neuer Therapieansätze seit Jahren keinen signifikanten Fortschritt in der Überlebenszeit von SCLC-Patienten. Allerdings gibt es aufgrund der hohen Mutationsrate von SCLC neueste Entwicklungen im Bereich der ImmunCheckpoint-Inhibition, die als Einzelwirkstoffe oder in Kombination mit Chemotherapie eingesetzt werden können. Stand des Wissens: Randomisierte Phase-III-Studien haben gezeigt, dass die Kombination von Atezolizumab (IMpower-133) oder Durvalumab (CASPIAN) mit Platin-Etoposid-Chemotherapie das Gesamtüberleben bei Patienten mit fortgeschrittener Tumorerkrankung verbessern kann. Die CheckMate 032 Studie (NCT01928394) untersuchte Nivolumab als Monotherapie oder in Kombination mit Ipilimumab bei zuvor behandelten Patienten mit fortgeschrittenen oder metastasierten soliden Tumoren, einschließlich SCLC. Die Ergebnisse dieser Studie führten zur vorübergehenden Zulassung von Nivolumab im August 2018 für die Drittlinienbehandlung von metastasiertem SCLC. Trotz vorhandener Phase-II-Studien sind ICP wie Nivolumab und Ipilimumab keine Standardtherapie in Behandlung von SCLC, werden jedoch aufgrund der ungünstigen Prognose des SCLC regelmäßig in Behandlungszyklen jenseits der Erstlinie eingesetzt. Material und Methode: In der vorliegenden retrospektiven multizentrischen Analyse wurden Real-World-Daten von 111 SCLC-Patienten aus 11 Zentren in Deutschland mit R/R -SCLC analysiert, die eine Immuntherapie erhalten haben. Ergebnisse: Unsere retrospektive multizentrische Studie analysierte Real-World Daten von 111 Patienten mit refraktärem und rezidiviertem fortgeschrittenem SCLC. Das Durchschnittsalter aller Patienten betrug 64 Jahre, davon ca. 63 % 85 männlich waren. Etwa ein Drittel aller Patienten einen schlechten Leistungsstatus (ECOG ≥ 2) auf, und 37 % hatten bekannte Hirnmetastasen. Bei Patienten mit ED-Stadium bei Therapiebeginn hatten insgesamt 70% mehr als fünf Fernmetastasen, 40% hatten drei oder mehr Organmetastasen, vor allem in den Lungen, Leber, Knochen und im Gehirn. Davon wiesen 43,5% aller Patienten Lebermetastasen und 37% Hirnmetastasen auf. Die Patienten wurden mit einer medianen Anzahl von 2 vorherigen Therapielinien stark vorbehandelt (1-8). Die mediane Nachbeobachtungszeit betrug 21,7 Monate für die gesamte Kohorte. Die Gesamtkrankheitskontrollrate lag bei 31,5% und war bei CPIKombinationsschemata im Vergleich zu CPI-Monotherapie numerisch höher (40,0% vs. 25,9%; p = 0,16). Das mediane Gesamtüberleben betrug 5,8 Monate (95%-KI 1,7–9,9 Millionen). Die 12- und 24-Monats-Überlebensraten betrugen 31,8 % bzw. 12,7 %. In der multivariaten Analyse zeigten ein schlechter Leistungsstatus und das Vorliegen von Lebermetastasen eine signifikante Verkürzung der Überlebenszeit, Das Überleben war bei Patienten mit sowohl Lebermetasten als auch schlechtem Leistungsstatus im Vergleich zu keinem von beiden deutlich beeinträchtigt (2,4 Monate vs. 12,4 Monate; HR 2,7 [ 95 %-KI 1,5-12,2]; p = 0,008). Diskussion: Die CPI-Therapie stellt eine bemerkenswerte Alternative für SCLCPatienten dar, jedoch profitieren nicht alle von dieser Behandlungsoption. Eine präzisere Patientenselektion basierend auf ihren klinischen Merkmalen könnte die CPI-Behandlung eine bessere therapeutische Option für diese Untergruppe von SCLC-Patienten sein. Insbesondere können Patienten ohne Lebermetastasen und mit gutem Leistungsstatus durch CPIKombinationsstrategien ein Langzeitüberleben erzielen. Im Gegensatz dazu profitieren Patienten mit schlechtem Leistungsstatus und/oder Lebermetastasen in der Regel nicht von immuntherapeutischen Maßnahmen aufgrund nicht signifikanter Wirksamkeit bei dieser Gruppe von Patienten. Ansonsten können Patienten mit einem niedrigen Neutrophil-Lymphozyten-Verhältnis (NLR) durch CPI-Therapie ebenfalls Überlebensvorteile erzielen. Eine weitere Bewertung dieser bedeutsamen Patientenuntergruppen und die Entwicklung neue Therapiestrategien sind erforderlich, um die negativen prognostischen Auswirkungen bei R/R-SCLC zu minimieren.

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