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Korruptionsprävention im öffentlichen Dienst

2026 · Verwaltung & Management · 0 citations

Abstract

Korruption gefährdet das Vertrauen in staatliche Institutionen und die Funktionsfähigkeit demokratischer Systeme. Während Dänemark im Korruptionswahrnehmungsindex (CPI) seit Jahren den Spitzenplatz belegt, rangiert Deutschland konstant im oberen Drittel. Der Beitrag untersucht vergleichend die Antikorruptionsregime beider Länder und fragt nach den Ursachen dieser Diskrepanz jenseits rein quantitativer Rankings. Auf der Grundlage bürokratietheoretischer, institutionenökonomischer und neo-institutionalistischer Ansätze wird argumentiert, dass die unterschiedlichen CPI-Werte weniger auf Differenzen in der formalen Regelungsdichte zurückzuführen sind, sondern vielmehr Ausdruck pfadabhängig gewachsener institutioneller Logiken darstellen. Die Analyse zeigt: Deutschland verfügt über ein hochgradig ausdifferenziertes, regelbasiertes Präventionssystem mit expliziten Kontrollmechanismen. Dänemark hingegen operiert mit einem impliziten, vertrauensbasierten Modell, das auf hoher Transparenz, starker institutioneller Unabhängigkeit und einer gesellschaftlich tief verankerten Integritätskultur fußt – jedoch strukturelle Defizite wie das Fehlen eines Lobbyregisters aufweist. Der Beitrag plädiert für eine kontextsensitivere Rezeption internationaler „Best Practices“.

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