Fachbeitrag: Theorie und Praxis der Inklusiven Familien- und Erziehungsberatung - Ergebnisse einer Berater:innenbefragung
Abstract
Mit der gesetzlichen Verankerung der Inklusion in der Kinder- und Jugendhilfe (KJSG) stehen Erziehungs- und Familienberatungsstellen vor neuen Herausforderungen. Mangels empirischer Daten exploriert die qualitative INFAER-Studie (N=8 Expert:inneninterviews) Gelingensbedingungen inklusiver Beratung. Ziel ist es, ein theoriegeleitetes ökosystemisches Mehrebenenmodell zu überprüfen und Qualifizierungsbedarfe abzuleiten. Die Inhaltsanalyse bestätigt die Modellannahmen: Erfolgreiche Inklusion erfordert institutionelle Barrierefreiheit auf der Mesoebene sowie verlässliche Netzwerke mit der Behindertenhilfe auf der Makroebene. Auf der Mikroebene zeigt sich, dass eine adaptive, wertschätzende Beziehungsgestaltung und die konsequente Anerkennung der Klient:innen als Expert:innen ihrer Lebenswelt für das Gelingen der Beratung zentraler sind als reines behinderungsspezifisches Fachwissen. Zukünftige Fortbildungen sollten daher neben Wissensvermittlung die reflexive Haltungsarbeit fokussieren – idealerweise unter direkter Einbindung von Peers aus der Behindertenhilfe.