Klinik und Diagnostik bei Hypoadrenokortizismus des Hundes
Abstract
Zusammenfassung Der Hypoadrenokortizismus (HA) des Hundes ist eine seltene Endokrinopathie, die in einer primären Form mit kombiniertem Gluko- und Mineralokortikoidmangel bzw. isoliertem Glukokortikoidmangel oder als sekundäre Form mit isoliertem Glukokortikoidmangel auftreten kann; zusätzlich ist ein iatrogener HA möglich. Die häufigste Form dieser Erkrankung ist der primäre Hypoadrenokortizismus. Die klinische Symptomatik ist vielgestaltig und reicht von unspezifischen Symptomen wie Lethargie, Inappetenz, Erbrechen und Gewichtsverlust bis hin zu Polyurie (PU), Polydipsie (PD) oder akuten lebensbedrohlichen Krisen mit Hypovolämie und Elektrolytverschiebungen. Typische Laborbefunde umfassen u. a. das Fehlen eines Stressleukogramms, Hyponatriämie, Hyperkaliämie, Azotämie und Hypoglykämie, wobei nicht alle Parameter zwingend verändert sein müssen. Der ACTH-Stimulationstest (ACTHST) gilt als Goldstandard zur Diagnosesicherung und weist einen Glukokortikoidmangel zuverlässig nach. Klassische Elektrolytverschiebung wie Hyperkaliämie und Hyponatriämie sprechen indirekt für einen Mineralokortikoidmangel. Bei fehlenden Elektrolytverschiebungen ergeben sich keine verlässlichen Anhaltspunkte für einen Mineralokortikoidmangel. Eine Differenzierung der Form des HA ist daher nicht möglich. Das endogene adrenocorticotropes Hormon (eACTH) kann zur Differenzierung zwischen primärem und sekundärem HA herangezogen werden, während die Aldosteronbestimmung bislang noch nicht für die Routinediagnostik empfohlen wird, um bei normalen Elektrolytwerten einen Mineralokortikoidmangel nachzuweisen.