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GLP-1-Rezeptoragonisten bei Alkoholkonsumstörungen

Sep 2026 · Nervenheilkunde · Vol 45, pp. 532 - 535 · 0 citations · 33 references

Abstract

Zusammenfassung Hintergrund Alkoholkonsumstörungen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen und verursachen weltweit erhebliche Morbidität und Mortalität. Pharmakologische Optionen zur Rückfallprophylaxe sind trotz etablierter Substanzen wie Acamprosat, Naltrexon und Nalmefen begrenzt, und ihre klinische Verbreitung ist eingeschränkt. Ziel Ziel der Übersicht ist die Erläuterung der potenziellen Rolle von GLP-1-Rezeptoragonisten bei Alkoholkonsumstörungen, basierend auf präklinischer und klinischer Evidenz. Methoden Ergebnisse aus präklinischen Studien, Beobachtungsanalysen und randomisierten klinischen Studien zu GLP-1-Rezeptoragonisten (Semaglutid, Liraglutid, Exenatide) zur Behandlung von Alkoholkonsumstörungen werden in eine narrative Übersicht integriert und bewertet. Ergebnisse Präklinische Daten zeigen, dass GLP-1-Rezeptoragonisten zentrale Belohnungsprozesse modulieren und den Alkoholkonsum reduzieren. Klinische Studien und Beobachtungsdaten weisen auf eine Reduktion des Alkoholkonsums und eine Verringerung der Diagnoserate von Alkoholkonsumstörungen hin. Erste randomisierte Studien zeigen insbesondere eine Reduktion der Konsummenge, während die Anzahl der Konsumtage nicht deutlich beeinflusst zu werden scheint. Periphere Mechanismen, wie eine verzögerte Magenentleerung, könnten ergänzend zentralnervöse Effekte modulieren. Schlussfolgerung GLP-1-Rezeptoragonisten stellen einen potenziell relevanten pharmakologischen Ansatz bei Alkoholkonsumstörungen dar. Weitere Studien mit größeren Stichproben sind erforderlich, um Wirkmechanismus, optimale Dosierung und Behandlungsdauer zu klären.

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