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Urologische Spätfolgen nach Beckenbestrahlung

Aug 2026 · Urologie in der Praxis · Vol 28, pp. 128 - 134 · 0 citations · 27 references

Abstract

Pelvine Malignome zählen weltweit zu den häufigsten Tumorerkrankungen, wobei die Strahlentherapie einen zentralen Bestandteil der kurativen und palliativen Behandlung darstellt. Trotz moderner Bestrahlungstechniken, wie der intensitätsmodulierten und bildgeführten Radiotherapie, lässt sich eine Mitbestrahlung benachbarter Organe nicht vollständig vermeiden. Urologische Strahlenspätfolgen können akut oder chronisch auftreten und entwickeln sich typischerweise Monate bis Jahre nach Radiotherapie. Sie betreffen je nach Tumorentität und Behandlungsmodalität bis zu 15 % der Patient/innen. Pathophysiologisch stehen chronische vaskuläre Schäden, Endotheldysfunktionen, persistierende Inflammation und Fibrosierung im Vordergrund. Klinisch umfasst das Spektrum Strahlenzystitis, Urethra- und Ureterstrikturen, funktionelle Blasenstörungen, erektile Dysfunktion, Fistelbildungen sowie sekundäre Blasenmalignome. Die Diagnostik erfordert eine sorgfältige Abgrenzung gegenüber Tumorrezidiven und anderen Ursachen der urologischen Beschwerden. Aufgrund der zunehmenden Zahl an Langzeitüberlebenden gewinnen Prävention, frühzeitige Diagnostik und ein strukturiertes interdisziplinäres Management von Strahlenspätfolgen zunehmend an Bedeutung.

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