Wozu noch DMP? Chronikerversorgung im Fadenkreuz zwischen Patientensteuerung, Prävention und personalisierter Medizin
Die Kernelemente von strukturierten Behandlungsprogrammen sind aktueller denn je: leitlinienbasierte Versorgungspfade, sektorenübergreifende Koordination, Vermeidung von Komplikationen und Folgeerkrankungen, dadurch Verringerung von stationären Aufenthalten. Angesichts steigender stationärer Fallzahlen scheinen die Potenziale von DMP bei weitem nicht ausgeschöpft. Um den Entfaltungsspielraum der 2003 eingeführten Disease-Management-Programme (DMP) besser zu nutzen, müssen sie dringend weiterentwickelt werden. Das „one size fits all“-Modell hat ausgedient. Der BKK DV stellt deshalb eine Neugestaltung der Chronikerversorgung zur Diskussion, bei der Patient-Empowerment, individualisierte Prozesse und ein Paradigmenwechsel zur Präventionsorientierung – auch durch die datengestützte Früherkennung von Erkrankungsrisiken – im Mittelpunkt stehen.