Aug 2026· Suchttherapie· Vol 27, pp. 121 - 131· 0 citations· 69 references
Abstract
Zusammenfassung Klassische Halluzinogene („Psychedelika“) wie Lysergsäurediethylamid (LSD), Psilocybin, N,N-Dimethyltryptamin (DMT) und 5-Methoxydimethyltryptamin (5-MeO-DMT) werden zurzeit wieder als potenzielle Behandlungsoptionen bei Substanzgebrauchsstörungen untersucht. Psychedelika entfalten ihre Wirkung über eine Aktivierung von serotonergen 5HT-2a Rezeptoren im zentralen Nervensystem, die potenziellen Wirkmechanismen in der Anwendung bei Suchterkrankungen sind jedoch nicht abschließend geklärt. Ziel dieses narrativen Überblicks ist die Darstellung der derzeitigen Evidenzlage. Für LSD beschränkt sich die Evidenz überwiegend auf randomisierte kontrollierte Studien aus den 1960er Jahren und vor allem zu Alkoholabhängigkeit. Meta-Analysen zeigen kurzfristige Effekte hinsichtlich Abstinenz und Konsumreduktion, jedoch keine stabilen Langzeiteffekte und insgesamt eine niedrige Evidenzqualität. Für Psilocybin liegen neuere, methodisch robustere Studien vor, hier ebenfalls insbesondere zu Alkoholabhängigkeit. Psilocybin-assistierte Psychotherapie zeigte in manchen Studien signifikante Effekte bei der Reduktion von Alkoholkonsum, während in anderen Studien keine Effekte gefunden wurden; insgesamt ist die Evidenzqualität als moderat einzustufen. Für DMT und 5-MeO-DMT existieren bislang vorwiegend unkontrollierte oder qualitative Studien mit begrenzter Aussagekraft. Diskutiert werden aktuelle klinische und methodische Herausforderungen wie die systematische Erfassung Psychedelika-spezifischer Nebenwirkungen, die konzeptuell schwierig umzusetzende Verblindung in Studien mit Psychedelika oder die Entwicklung standardisierter psychotherapeutischer Interventionen. Insgesamt zeigen sich Hinweise auf die Wirksamkeit und ein günstiges Sicherheitsprofil unter kontrollierten Bedingungen, jedoch ist die aktuelle Evidenzlage bisher nicht robust. Größere, methodisch hochwertige Studien sind erforderlich, um Wirksamkeit, Sicherheit und Wirkmechanismen belastbar zu klären.
Zusammenfassung Hintergrund Alkoholkonsumstörungen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen und verursachen weltweit erhebliche Morbidität und Mortalität. Pharmakologische Optionen zur Rückfallprophylaxe sind trotz etablierter Substanzen wie Acamprosat, Naltrexon und Nalmefen begrenzt, und ihre klinische Verb...
Nach Abschluss dieser Fortbildung sollten die Teilnehmer in der Lage sein: Die verträglichkeitsorientierte Zweitlinienpositionierung von Lumateperone gegenüber Antipsychotika mit höherer Wirksamkeit zu differenzieren: zu erklären, warum die geringe striatale D2-Belegung sowie die minimale H1- und Muskarin-Bindung als p...
Zusammenfassung Das radioiodrefraktäre differenzierte Schilddrüsenkarzinom ist mit einer ungünstigen Prognose assoziiert und stellt aufgrund der begrenzten Wirksamkeit konventioneller Therapieansätze eine besondere klinische Herausforderung dar. Dieser Artikel bietet einen strukturierten Überblick über die aktuellen sy...
M. Kreissl, T. Widmann, Henning Weis· Tumordiagnostik & Therapie· 0 citations
Der verantwortungsvolle Umgang mit Psychopharmaka will gelernt sein! Die komplett überarbeitete und erweiterte Neuausgabe des Bestsellers von Asmus Finzen gibt Ärzten und Nichtmedizinern ein alternatives Nachschlagewerk zu Psychopharmaka an die Hand, das sich an Krankheitsverläufen und nicht am Medikament orientiert. S...
A. Finzen, Harald Scherk, S. Weinmann· 0 citations
Die pharmakologische Behandlung ist Kernbestandteil evidenzbasierter Schizophrenietherapie. Die S3-Leitlinie Schizophrenie (Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e. V.; AWMF 038-009) definiert hierfür den medizinischen Fachstandard in Deutschland. Im psychiatrischen Maßregelvollz...
Jürgen L. Müller, R. Freese, Dirk Hesse et al.· Forensische Psychiatrie Psyc...· 0 citations
Bei der Sepsis handelt es sich um eine lebensbedrohliche Organdysfunktion als Folge einer Infektion. Trotz jahrzehntelanger Forschung existiert bis heute kaum Evidenz für kausale Therapieansätze gegen diese Wirtsantwort. Die Diskrepanz zwischen stetig wachsendem biologischen Verständnis und begrenztem klinischen Fortsc...
Sascha David, R. Erlebach, Alix Buhlmann et al.· Medizinische Klinik - Intens...· 0 citations
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